Mit der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko akzentuieren die beiden für die Ölpest hauptverantwortlichen Unternehmen BP und Transocean das Dilemma vieler ökologisch und sozial verantwortungsbewusster Anleger: Soll man diese Gesellschaften im Portfolio behalten oder Anteilscheine so schnell wie möglich verkaufen?
Die Strategie von Ethos berücksichtigt die Reaktion von BP und Transocean auf das Unglück. Offensichtlich hat BP mit der Wahl ungeeigneter Verfahren und mit ungenügendem Risikomanagement schwerwiegend gegen ihre Pflicht zum Schutz der Angestellten und der Umwelt verstossen. BP hat jedoch Fehler eingestanden und sich verpflichtet, die Verschmutzung mit allen Mitteln zu bekämpfen, sie wenn möglich zu beseitigen sowie die Sicherheit ihrer Anlagen durch strenge Massnahmen zu verbessern.
Angesichts dieser Sachlage hat Ethos beschlossen, BP und Transocean gemäss einem aktiven Best-in-Class-Vorgehen zwar aus dem Portfolio auszuschliessen, aber über Positionen in indexiert verwalteten Portfolios beteiligt zu bleiben. So kann die Stiftung zusammen mit anderen Anteilseignern weiterhin an sämtlichen Initiativen des aktiven Aktionariats teilnehmen: Es soll Druck auf die beiden Unternehmen ausgeübt werden, damit sie die beträchtlichen, mit der Erdölförderung verbundenen ökologischen und sozialen Risiken ohne Wenn und Aber berücksichtigen.
Zu den jüngsten Aktionen, an denen sich Ethos beteiligt hat, gehört die aktive Unterstützung von Aktionärsanträgen, mit denen die Nutzung von so genannt unkonventionellen Ölreserven in Ölsanden oder Ölschiefer gebremst werden soll.