Non Conventional Oil Extraction: Oilsands Environmental Disaster
Als Ersatz für die zur Neige gehenden traditionellen Erdölvorkommen setzen die Ölkonzerne zunehmend auf die Erschliessung so genannt unkonventioneller Ressourcen wie Ölsand und Ölschiefer. Dies ist mit irreversiblen Umweltschäden und sozialen Problemen verbunden. Daher ist diese Strategie ein Risiko für die institutionellen Anleger und behindert zudem die Umstellung auf eine weniger CO2-intensive Ökonomie. Thema ist zurzeit hauptsächlich die Nutzung von Ölsanden und die Erdölförderung in grosser Meerestiefe.
Ölsande sind die bedeutendsten unkonventionellen Ressourcen: Das Augenmerk der Ölkonzerne richtet sich vor allem auf die riesigen Vorkommen in der nordkanadischen Provinz Alberta (140'000 km2). Nach Saudi-Arabien avanciert Alberta zum weltweit zweitgrössten Erdölreservoir, mit 176 Milliarden Barrel, wovon 174 Milliarden in Ölsand gebunden sind.
Umweltschutzorganisationen sowie eine wachsende Zahl von Anlegern weisen darauf hin, dass sich in jüngster Zeit unter offenem Himmel eine wahre Umweltkatastrophe abspielt.
Unverantwortliches Handeln
Die Erdölgewinnung aus Ölsand verursacht dreimal mehr CO2-Emissionen als konventionelle Fördertechniken sowie eine ganze Reihe regionaler Umweltkatastrophen. Tagebauminen und riesige Infrastrukturen drohen die nordische Waldlandschaft zu zerstören: Entwaldung und damit Verlust der natürlichen Kohlenstoffbindung sowie Verarmung der Tier- und Pflanzenvielfalt. Unter Druck gerät auch die indigene Bevölkerung sowie deren Lebensraum, deren Kultur und deren Rechte. Und dessen nicht genug, verbraucht die Extraktion von Rohöl aus Ölsand gewaltige Wassermengen. Das anfallende Schmutzwasser gefährdet die vom Fischfang lebenden Einheimischen, ebenso Flora und Fauna.
Dies bedeutet viel Schaden sowie viel Risiko für das Aktionariat der Ölgesellschaften, vor allem in Bezug auf künftige Regulierungen, Strafverfahren, Imageverluste. Aber auch finanzielle Risiken sind nicht von der Hand zu weisen, da die Rohölproduktion auf dieser Basis kostspielig und im Wettbewerb mit den erneuerbaren Energien letztlich nicht konkurrenzfähig sein wird.
Unverzichtbarer Dialog
Noch belieben die betroffenen Konzerne diese Risiken zu unterschätzen. Sie vertrauen weiter auf steigende Rohölpreise, schwache klimapolitische Regulierungen und zu bescheidene CO2-Abgaben. Ethos beteiligt sich an Versuchen, auf Basis der UN-Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investieren mit den Ölgesellschaften ins Gespräch zu kommen und sie zur Nutzung nachhaltiger Energiequellen zu ermutigen. Darüber hinaus unterstützt Ethos systematisch Aktionärsanträge, welche die Unternehmen zur detaillierten Offenlegung ihrer Strategie gegenüber unkonventionellen Ölvorkommen verpflichten.